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20. Juli 2006, 20.00 Uhr, Rheinisches Landesmuseum Bonn

Themenabend "Warten auf Europa?"

Kulturelle Positionen und politische Verhältnisse im Kosovo und in Moldau: Lesungen und Diskussion.

Lesung aus „Sprung in die Stadt" mit Texten von Nicoleta Esinencu (Chişinău), Migjen Kelmendi (Pristina) und Tilman Rammstedt (Berlin).

Was begegnet einem, wenn man in Bonn oder Berlin nach Chişinău, in Chişinău nach Sofia, in Sofia nach Pristina fragt? Rund fünfzehn Jahre nach dem Fall der Mauer und sechs Jahre nach dem Ende des Kosovo-Kriegs haben die Europäer noch immer erstaunlich wenig Einblick in den Alltag ihrer Nachbarn. „Sprung in die Stadt“, das Buch zum Projekt relations, setzt multiple Information dagegen. Ausgehend von der Überzeugung, dass Kunst und Kultur das vitale Zentrum einer Gesellschaft bilden, beziehen Künstler, Theoretiker, Journalisten und Kulturschaffende aus sieben Ländern des östlichen Europa Position zu aktuellen Fragen, werfen neue auf und zeichnen so ein subjektives Bild ihrer Städte, kulturellen Szenen und Öffentlichkeiten.

Tilman Rammstedt: „In der Zwischenzeit“
Geboren 1975 in Bielefeld. Er studierte Philosophie und Literaturwissenschaft in Edinburgh, Tübingen und Berlin, wo er heute lebt. Für sein Erzähldebüt Erledigungen vor der Feier (2003) wurde er unter anderem ausgezeichnet mit dem Rheinischen Kulturförderpreis, dem New York-Stipendium der Kulturstiftung der Länder und dem Kasseler Literaturförderpreis für grotesken Humor. 2005 folgte sein erster Roman, Wir bleiben in der Nähe. Er ist Texter und Musiker der Gruppe Fön, deren gemeinsames Buch, K.L. McCoy. Mein Leben als Fön, zeitgleich mit der CD Wir haben Zeit 2004 erschien.

Migjen Kelmendi: „Warten auf den Staat“
Geboren 1959. 1983 schloss er sein Jurastudium an der Universität Prishtina ab. Seit 1988 arbeitete er für verschiedene Fernsehprogramme als Produzent und Fernsehdirektor. Gründer und Herausgeber des gattungsübergreifenden theoretisch-literarischen Magazins MM (Zweites Millennium, 1996) und der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift Epoca (1991). Gründer und Herausgeber der Wochenzeitung Java (seit 2001). Zu seinen Veröffentlichungen zählen das Multimediaprojekt Gjurmët LP (Die Welt verändern: Eine kurze Geschichte der Spuren, 2003), eine Sammlung von Essays über Albanien, Mungesa e Atdheut (Carere Patria. Sehnsucht nach der Heimat, 1997), und über Amerika, Amerika – P’ej shpije (Heimwärts, 1998), sowie ein Roman, Gryka e Kohës (Das Tor der Zeit, 1994). Außerdem übersetzte er Werke von Danilo Kiš aus dem Serbischen und von Jorge Luis Borges aus dem Englischen. Mitglied des internationalen Beirates von relations.

Nicoleta Esinencu: „Chişinău – eine Stadt der Kopfschmerzen!“
Geboren 1978 in Chişinău. Sie studierte Theaterwissenschaft und Bühnenbild an der Kunsthochschule in Chişinău. 2001 schrieb sie gemeinsam mit Mihaï Fusu und Dumitru Crudu das Theaterstück A saptea kafana (Das siebte Kaffeehaus), das in Moldau, Rumänien und auf der Bonner Biennale aufgeführt wurde. Seit 2002 arbeitet sie als Dramaturgin am Theater Eugène Ionesco in Chişinău. Sie erhielt 2003 und 2005 ein Stipendium der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart, wo sie die Stücke FUCK YOU, Eu.ro.Pa! und Zuckerfrei verfasste. FUCK YOU, Eu.ro.Pa! wurde unter anderem in Chişinău, Galaţi, Braşov, Bukarest, Moskau und Nancy gespielt und mit dem rumänischen Theaterpreis Dramacum2 ausgezeichnet. Die Veröffentlichung des Stückes im Reader des Rumänischen Pavillons der 51. Biennale von Venedig (2005) verursachte eine politische Kontroverse in Moldau und Rumänien. FUCK YOU, Eu.ro.Pa! erschien 2005 in der Edition Solitude. Ferner erschien Le septième kafana (Das siebte Kaffeehaus, 2004).

Anschl. Podiumsdiskussion mit den anwesenden Autoren und den Herausgeberinnen des Buches, Katrin Klingan und Ines Kappert. Moderation: Barbara Gessler, Leiterin der Vertretung der EU-Kommission in Bonn.

READING EUROPE – Neue Autoren aus Europa ist eine Veranstaltungsreihe initiiert und realisiert von lab concepts GmbH, der Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn und dem Landschaftsverband Rheinland.

Ort: Rheinisches Landesmuseum, Colmantstraße 14-18, 53115 Bonn

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